KBfÖ-Newsletter 32
9. April 2008
Antikriegskomitee "Kein Blut für Öl und Weltherrschaft"
Israel: Großmanöver, Militär im Alarmzustand in Libanon, Syrien und Iran
Frieden und Brot! Erste Erfolge in den Nahrungsmittelkämpfen!
Hungerriots in Haiti und Mahalla (Fotos)
Wütende Proteste gegen explodierende Lebensmittelpreise
Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die dringende Blinddarmoperation gewonnen.
Als PDF
Gastartikel
Israel: Großmanöver, Militär im Alarmzustand in Libanon, Syrien und Iran
von Peter Weinfurth ,
06.04.2008
Bald 3 US-Flugzeugträger im Golf - Beginn des Irankriegs ?
Britische Zeitungen melden, daß die USA im Begriff sind, iranische Militärkomplexe anzugreifen. Die jeweils von einem Flugzeugträger angeführten Schlachtflotten „Truman" und „Enterprise" werden um die Flotte „Lincoln" verstärkt, die auf dem Wege in den Golf ist. In der letzten Woche passierte ein amerikanisches Atomuboot in Begleitung eines Zerstörers den Suezkanal in Richtung Golf.
Gleichzeitig spitzt sich die Kriegsgefahr zwischen Israel und Syrien/Libanon zu: Israel hat für die nächsten Tage ein Großmanöver angekündigt und Syrien und Libanon haben ihre Truppen in Kriegsalarm versetzt.
Volksaufstand im Irak soll Kriegsgrund sein
Der Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen im Irak, David Petraeus und der US-Botschafter in Baghdad, Ryan Crocker, werden in der kommenden Woche vor dem US-Kongress einen Bericht über die Lage im Irak abgeben. In diesem werden sie laut Quellen in Washington erklären, daß Iran im Irak Krieg gegen die USA führe. Dem Iran wird vorgeworfen werden, direkt in die Kämpfe im Irak gegen die USA eingegriffen zu haben, indem er Raketen geliefert habe, mit denen die grüne Zone in Bagdhad beschossen wurde und indem die Mehdiarmee von Al Sadr von den revolutionären Garden unterstützt worden sei. Dieser direkte Angriff auf die Versuche der Besatzer, den Volksaufstand niederzuschlagen sei ein Kriegsgrund und Anlaß, iranische Militäreinrichtungen als Vergeltung anzugreifen.
Petraeus sagte gegenüber BBC: „Teheran hat die Aufständischen, die die Raketen und Granaten (auf die grüne Zone) abfeuerten, trainiert, ausgerüstet und finanziert".
Nach einem Bericht der New York Times vom 28. März verbrachte Bush „drei Tage damit, zusammen mit wichtigen Beratern und Militärkommandanten die Situation im Irak zu besprechen". In dem Bericht heißt es weiter „Mr. Bush beschuldigte den Iran, die Milizen, die gegen die irakischen Militärkräfte kämpfen zu bewaffnen, zu trainieren und zu finanzieren". Auf eine radikale Zuspitzung der Lage und für einen bevorstehenden Militärschlag gegen den Iran sprach bereits die Abberufung von Admiral Fallon vom Oberkommando der Seestreitkräfte Ende März.
Großmanöver Israels - Barak sagt Deutschlandreise ab - Damaskus ruft Kriegsalarm aus
Am 2. April tagte das israelische Kriegskabinett, um das für kommende Woche geplante Großmanöver zu planen. Die Bevölkerung soll auf einen atomaren und chemisch/biologischen Kriegsfall vorbereitet werden, da angeblich Syrien die Hisbollah mit biologischen und chemischen Raketensprengköpfen ausgerüstet habe.
Die Raketen der Hisbollah seien inzwischen in der Lage, jeden Punkt Israels zu erreichen und man müsse davon ausgehen, daß nun auch die selbst gebastelten Quassamraketen mit biologischen Sprengköpfen ausgerüstet seien, die Syrien geliefert habe. Ferner habe Damaskus Hisbollah und Hammas mit modernen russischen ZSU-100 14,4 mm Kanonen ausgerüstet, die die größte bekannte Gefahr für tief fliegende Flugzeuge, Helikopter und Drohnen darstellen.
Die Onlinezeitung Quds al-Arabi zitierte Regierungsquellen in Damaskus, daß man davon ausgehe, daß Israel einen Großangriff auf Syrien und die Hisbollah vorbereite. Syrien habe eine Teilmobilmachung angeordnet.
Kriegsminister Barak sagte seinen geplanten Besuch in Berlin wegen der Entwicklung ab. Er begab sich an die libanesische Grenze und sagte Reportern, daß er „auf der anderen Seite große Aktivitäten" erkenne. „...wir haben die Lehren des letzten Jahres verstanden; Israel ist die stärkste Macht im nahen Osten und ich würde es Niemandem auf der anderen Seite raten uns zu testen".
„Israel bereitet Krieg vor"
Die Hisbollah erklärte, die israelischen Manöver stellten ernsthafte Kriegsvorbereitungen dar, auch wenn Israel erkläre, keine derartigen Absichten zu haben. Es handele sich nicht um Routinemaßnahmen. Das zionistische Regime sei bereit „für ein neues Abenteuer, besonders angesichts dessen, daß die USA ein neues strategisches Machtgleichgewicht im Libanon und der ganzen Region anstreben".
Hisbollah beobachte die israelischen Armeemanöver sehr sorgfältig. Auch die libanesische Armee wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Der syrische Außenminister erklärte, daß Syrien sein Land gegen jeden israelischen Angriff verteidigen werde. „Syrien ist bereit sich zu verteidigen gegen jede israelische Aggression" sagte er.
Saudi-Arabien bereitet sich auf Atomkrieg vor
Das saudische Blatt Okaz berichtet, daß die Regierung sich auf die Situation eines starken radioaktiven Fallouts vorbereite, der in Folge eines nuklearen US-Schlages gegen den Iran zu erwarten sei.
Die Regierung habe mit den Vorbereitungen nach dem jüngsten Besuch von US-Vize Dick Cheney begonnen.
Bei dem Besuch seien die arabischen Statthalter der US-Imperialisten über deren Kriegspläne gegen den Iran informiert worden
Olmert: Wir sind für einen Angriff auf den Iran
Olmert erklärte, Israel habe stets die Position vertreten, daß Iran angegriffen werden müsse. Man sei sich absolut sicher, daß Iran den Besitz von Atomwaffen anstrebe. „Die Führer der Welt haben erklärt, daß alle Optionen in Betracht gezogen werden müssen und ich stimme dem zu" sagte Olmert in Bezug auf eine Militäroperation gegen den Iran.
Kriegstreiber Cheney fordert Angriff auf Iran
Auf seiner Nahostreise Mitte März koordinierte Cheney die Kriegsvorbereitungen. Seine Reise führte ihn vom Irak über Oman an der Straße von Hormus, dem Nadelöhr der Ölhandelswege, nach Saudiarabien und von da nach Israel. In Oman befindet sich eine große Militärbasis der USA, von der aus alle militärischen Operationen gesteuert werden.
Saudiarabien hatte bislang einem Angriff auf den Iran reserviert gegenüber gestanden. Israel war die einzige Macht im nahen Osten, die einen solchen Angriff bedingungslos befürwortete und sch bereitwillig beteiligen wollte. Das israelische Militär hatte sogar eine Option für einen eigenen isolierten Angriff ausgearbeitet.
Ein Ziel der Reise Cheneys bestand darin, die Vorbehalte der imperialistischen Statthalter auszuräumen und auf den israelischen Kriegskurs einzuschwören.
Laut einem Bericht in der Zeitschrift „The American Conservative" erläuterte Cheney, daß Präsident Bush den Iran definitiv vor Ablauf seiner Amtszeit angreifen werde.
Unverzichtbar für einen Angriff auf den Iran ist auch die Unterstützung der Türkei, weil man Überflugrechte benötigt. Diese Unterstützung erkauften sich die USA durch die Tolerierung grenzüberschreitender Militäroperationen im Nordirak durch die Türkei.
Cheney machte seinen Statthaltern klar, daß die USA in Zeitnot sind, weil die Amtszeit von Präsident Bush abläuft.
Kriegsziele
Wurde als Kriegsgrund gegen den Irak 2003 die Existenz von nuklearen und chemisch-biologischen Waffen erfunden, geht man jetzt noch dreister vor, in dem die Besatzer eine angebliche Unterstützung des Widerstandes gegen sie als Kriegsgrund benennen.
Viele politischen Beobachter gehen davon aus, daß das Kriegsziel der Imperialisten darin besteht, die militärische Infrastruktur des Iran entscheidend durch - auch nukleare - Luftschläge zu schwächen.
Zweites Kriegsziel ist die Zerschlagung der Hisbollah und Schwächung von Syrien.
Untergang der US-Armee im Irak
In der US-Administration gab es bislang starke Widerstände gegen einen Angriff auf den Iran. Außenministerium, Kriegsministerium, alle Geheimdienste und Armee und Marine sprachen sich strikt gegen einen Angriff aus. Allein die Luftwaffe zählte zu den Befürwortern.
Grund für die Zurückhaltung ist die Möglichkeit des Verlustes der gesamten US-Armee im Irak.
Als Antwort auf einen Luftangriff könnte der Iran den Nachschubweg der Armee im Irak vom Golf her abschneiden. Iran ist in jedem Falle dazu in der Lage, die Straße von Hormus durch Minen und die Versenkung von Tankern zu sperren, ferner die Hafenanlagen, die für den Ölexport nötig sind durch Sabotageaktionen zu zerstören. Die Folge wäre eine Unterbrechung des wichtigsten Ölhandelsweges der Welt. Der Preis von Öl und in seinem Schlepptau der der wichtigsten Lebensmittel würde in astronomische Höhen schießen. Eine umfassende Weltwirtschaftskrise wäre unvermeidlich und in ihrem Gefolge weltweite Hungeraufstände und Revolutionen, die das gesamte imperialistische System in Gefahr brächten.
Gleichzeitig könnten im gesamten arabischen Raum und insbesondere im Irak Volksaufstände stattfinden. Die vom Nachschub abgeschnittenen US-Truppen samt ihren Söldnerarmeen würden sich dem maximalen Angriff des Widerstandes und speziell der shiitischen Mehdiarmee ausgesetzt sehen. Auch gemäßigte Shiitenführer wie Ayatollah Sistani würden zum Widerstand aufrufen.
Frieden und Brot! Erste Erfolge in den Nahrungsmittelkämpfen!
Norbert Nelte
Der weltweite Aufruhr gegen die massiven Preiserhöhungen der Lebensmittel (seit 2005 um 75%) hat zu ersten Erfolgen geführt. Einerseits in Ägypten bei den Textilarbeitern von el Mahalla zur Entwicklung des Massenbewusstseins durch Solidaritätsdemonstrationen und Kundgebungen und anderseits in Vietnam zu Zulagen in klingender Münze. Die monetären Erfolge in der Nachschlagbewegung machen Mut und werden letztlich den weltweiten Kampf weiter vorantreiben. Das sind zwar nur 4 €uro im Monat, aber für Vietnam bedeutet das schon mehr. Labournet schreibt dazu in seinem Rundbrief:
„Am Montag waren die 15.000 Beschäftigten - meist Frauen – des NIKE-Subunternehmens Vietnam Ching Luh Shoes aus Taiwan in den Streik getreten um, angesichts der zunehmenden Teuerung eine Lohnerhöhung von rund 8 Euro im Monat durchzusetzen. Die offizielle Gewerkschaft hatte noch am selben Tag eine Erhöhung von etwa 4 Euros ausgehandelt und den Streik für erfolgreich beendet erklärt und auch Nike, das etwa ein Drittel seiner weltweiten Produktion in rund 50 vietnambasierten Subunternehmen herstellen lässt, betonte Verständnis angesichts der Lage. Am Dienstag aber äusserten sich viele Arbeiterinnen unzufrieden mit der Vereinbarung - so viele und so vehement, dass die Wiederaufnahme der Arbeit, die für diesen Tag angekündigt war, um einen Tag verschoben werden musste. Der Bericht "Nike : Affrontements lors de la reprise" der Zeitung Romandie, gespiegelt am 4. April bei "Solidarité Ouvrière":“
Jetzt sehen wir langsam auch, wohin die imperialistische Wirtschaftspolitik mit den Ölkriegen, den Schulden und den Ungleichgewichten in der Welt führen. In Amerika selber wachsen die Proteste der Obdachlosen und Arbeiter. (Foto Philadelphia). Sie müssen die Kriegslasten tragen, und das sind schon seit 2001 2 Billionen Dollar. Der Turbo der Gelddruckmaschine wurde angeworfen, was in den USA schon zu einer zweistelligen Inflationsrate geführt hatte. Jedenfalls ist die Geldmenge M3 in den letzten 12 Monaten um 19,2% gestiegen. Die Inflation übertrug sich in Windeseile auf die ganze Welt, besonders stiegen wegen der Biospritprogramme die Nahrungsmittel.
In Deutschland stiegen die Nahrungsmittel im März 2008 zwischen 7,3% und 9,6%, in Mexiko der Mais um 150%, in Burkina Faso um 65%, überall in der Welt explodieren die Nahrungsmittelpreise, so dass auch nicht mehr die Journaille darüber hinweg sehen kann. In den Vereinigten Staaten beziehen schon 28 Millionen Niedriglohnempfänger Lebensmittelmarken, weil sie sich sonst nichts mehr zu Essen kaufen können, ihre Herrschaften müssen ja unbedingt Krieg spielen, das ist für sie wichtiger. Die Arbeiter entlassen sie zu Zehntausenden zahlen den Kollegen keinen auskömmlichen Lohn, so dass diese 3 Jobs annehmen müssen und bezahlen stattdessen lieber für 4 Kriege, im Irak, in Somalia, Afghanistan und im Irak. Jetzt sieht es so aus, als ob sie den nächsten Krieg anfangen wollen. Sie stehen mit drei Flugzeugträgern im persischen Golf und „sind im Begriff, iranische Militärkomplexe anzugreifen“, schreibt Peter Weinfurth von der Linken Zeitung. Seit Chenys Besuch in Saudi Arabien werden dort gegen einen starken radioaktiven Fallout Sicherheitsübungen durchgeführt. Als Vorwand werden die Verteidigungskämpfe im Irak genommen. Wahrscheinlich hat der CIA auch Under-Cover-Agenten in der Sadr-Volksverteidigungsarmee an entscheidenden Stellen eingeschleust. Es passte doch alles so schön im Sinn der Neokonserservativen zusammen. Am 31.3. wurde der für den Nahen Osten zuständige Admiral Fuller zurückgetreten, der sich immer gegen den Iran-Krieg gewandt hatte, weil dieser mit herkömmlichen Waffen Amerikas Kapazitäten überfordern würde. Pünktlich zum 1.4. brach der Aufstand im Irak aus und der Iran-Krieg wird eben mit Atombomben geführt. Wehe, der Iran greift ein Kriegsschiff oder Israel an, dann wird die nächste Stadt bombardiert, so lange, bis sie das Öl rausrücken, das die Westmächte für ihren Aufmarsch gegen Zentralasien, China und Russland brauchen. Die Nato-Generäle haben mit ihrem Papier „Große Strategie“ schon 2007 ihr OK zu einem Atomkrieg gegeben. Aber was ist, wenn Russland seinem Bündnispartner im Shanghai-Bündnis hilft und atomar zurückschießt?
Zum 31.3 mussten auch die amerikanischen Banken ihre faulen Kredite abschreiben, das sind nicht nur mehr Hypotheken-Kredite, nein auch Verbraucher-Kredite, Kreditkartenkredite, Heuschreckenkredite usw. Die USA hat auch den Kredit in der Welt verloren. Citigroup musste 31,4 zum 1.3. abschreiben, Merrill Lynch 26,2, UBS 19,0, American Industrial Group 17,7, HSBC 17,0, Bear Stearms 10,5, Morgan Stanley 10,3, Bank of America 10,0, IKB 7,7, Washington Mutual 6,5, Credit Agricole 6,5, Deutsche Bank 6,1, Mizuho Group 3,1, Bayern LB 4,3, Sachsen LB 2,8, Dresdner 1,9, LBBW 1,7 Mrd. usw. und 2,5 Billionen kommen noch, eine no ending Story. In Deutschland muss der Verlust der öffentlich-rechtlichen der Steuerzahler bezahlen und in Amerika hat die Federal den Banken die faulen Schulden gegen US-Staatsanleihen umgetauscht. Das ist zwar beides nichts wert, aber die Banken können diese wenigstens als Aktiva buchen und somit noch ein kleines Stück länger leben. Die Inflation wird dies weiter antreiben.
Die Stadt Philadelphia setzt Zwangsversteigerungen aus. Auch die Städte Cleveland und Baltimore planen ähnliche Empfehlungen auszugeben. Das und die Lebensmittel-Karten sind die Maßnahmen, die wir aus den 20er Jahren der großen Depression schon kennen.
Die Profitproduktion lohnt sich kaum mehr und die Grenzen des Marktes sind erreicht, jetzt exportieren die Schwellenländer schon mehr in die Metropolen als die Metropolen in die Schwellenländer. Amerika hat nur noch einen militärischen Vorteil und es lohnt sich fast nur noch der Rohstoffklau. General Motors hat fertig (40 Mrd. Verlust), es lebe Exxon (42 Mrd. Gewinn), heißt die Devise der Neokonservativen, nur, sie haben dabei eines auf der Darstellung des Großen Knalls auf der Rückseite meines Buches übersehen. Wo? Links in der Mitte – der Klassenkampf. Der kommt jetzt mit geballter Kraft, so, wie die Preissteigerungen. 15.000 Nike Arbeiterinnen, 25.000-Riot in Mahalla (Video auf Al Jazeera – wie in Oaxaca) und wann kommst Du?
In Europa glauben die Herrschaften noch, mit den Todesschüssen auf Demos nach dem neuen EU-Vertrag die kommenden Aufstände in den Griff zu bekommen, aber bei 85% Arbeiterklasse können die sich das abschminken. Und schau doch, in Ägypten fangen sie schon an, die Brot Forderung mit der Forderung nach Frieden zusammen zu bringen. Brot und Frieden, das waren die Forderungen, die im 1. Weltkrieg nach 4 Jahren Blutvergießen die Arbeiterklasse zur Revolution geführt haben. Im 3. Weltkrieg kommt nach 6 Jahren die Forderungen auf, erst einmal in Afrika, aber wir schrieben doch, Afrika weist den Weg zum Sozialismus. Die Lebensmittepreise steigen weltweit. Fast alle wichtigen Länder sind pro oder contra in die Kriege involviert, da wird die Forderung nach Brot und Frieden uns aus dem Tal der Tränen auf die nächst höhere Stufe der Produktionsweise bringen, dem Reich der Vernunft, dem solidarischen Arbeiterplan.
Solidarität mit den Mahalla-Textilarbeitern!
Brot und Frieden, Butter statt Kanonen!
Norbert Nelte
nc-nelteno@netcologne.de
Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition
Hungerriots in Haiti (aus Spiegel online)



Hungerriots in Mahalla (Fotos)



(Video auf Al Jazeera – wie in Oaxaca)
Die Polizei in Ägypten erwägt, wegen der immensen Preissteigerungen und der
geringen Entlohnung auch zu streiken.
Will Egypt's police officers go on strike too?
http://www.dailystaregypt.com/article.aspx?ArticleID=13012

Vietnam - 15.000 Nike Arbeiterinnen (Oben rechts)
Bangladesh - 20.000 Textilarbeiterinnen (unten)

Wütende Proteste gegen explodierende Lebensmittelpreise
Francis Byrne
31.03.2008
Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen und Reis erreichen neue Höchststände
Ob in Ägypten, Indonesioen, Mexiko, Pakistan, Guinea, Usbekistan, Marrokko, Yemen, Senegal, Mauretanien, Burkina Faso, Kamerun oder Vereinigte Arabische Emirate ... überall sind die Massen empört über die rasant ansteigenden Preise für Grundnahungsmittel. Zunehmend entwickeln sich Brotaufstände zu einem weltweiten Phänomen. Unter dem Titel „Weltweite Proteste: Die Rückkehr der Brotrevolten" schreibt die österreichische Zeitung ‚Die Presse‘: „Ob Weizen, Reis, Mais, Milch oder Ölsaaten: Weltweit haben die Preise für Grundnahrungsmittel in den vergangenen Monaten dramatisch zugelegt, um 20, 30, mancherorts sogar um 100 Prozent. Besonders betroffen sind Staaten, die Lebensmittel in großem Maßstab einführen, denn sie büßen auch noch für die gestiegenen Treibstoff- und Transportkosten." (1)
Jaques Diouf, der Generaldirektor der FAO, der Nahrungs- und Landwirtschaftorganisation der UNO, warnt im Zusammenhang mit den explodierenden Lebensmittelpreisen vor schweren sozialen Unruhen. Doch diese gibt es schon längst.
Regelrechte Aufstände gegen die Preisexplosion gab es in Burkina Faso und Kamerum, wo vier Menschen bei den Kämpfen ums Leben kamen. Besonders auch in Äypten gibt es seit Wochen eine wachsende Wut über die horrenden Preise für Brot und zunehmende Lieferschwierigkeiten. Im März starben zehn Menschen bei Brotprotesten.
In Ägypten trifft die Brotrevolte zusammen mit einer tiefen politschen Krise. Es gibt in weiten Teilen der Bevölkerung eine Wut und Verbitterung über die Komplizenschaft der Mubarak-Diktatur bei der Knechtung und Belagerung der Palästinenser im Gaza-Streifen. Es gibt Streiks wie bei der Textilfabrik Ghazl el-Mahalla und Sit-Ins, wie Ende März bei 750 Arbeitern der Zuckerraffinerie El-Hawamdiya. Es gibt Proteste der Universitätsprofessoren und der Klinikärzte. Gemeinsam ist allen Protestierenden die Forderung nach höheren Löhnen und verbesserten Zulagen. Zusammen mit den Protesten gegen die Preiserhöhungen entwickelt sich im von Armut und Diktatur gezeichneten Ägypten, eine kämpferische Bewegung, die die Herrschaft von Mubarak in Gefahr bringen könnte. Ägypten ist ein Land mit 75 Millionen Einwohnern. Es herrscht große Arbeitslosigkeit, es gibt zu wenig Wohnraum und die medizinische Versorgung für die Massen kann immer weniger garantiert werden.
„... ein Aufstand, ein Volksaufstand, eine Revolution ..."
Ein kurzer Film des Senders France 24 auf youtube über die Brotkrise schildert die Situation sehr gut:
http://www.youtube.com/watch?v=9Lavfa2VXq0
In diesem Film befürchtet Mustapha Bakri, Parlamentsabgeordneter der Nasser-Partei für den Fall, dass nicht genug Brot zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung gestellt wird „einen Aufstand, einen Volksaufstand, eine Revolution, die alles was ihr im Weg steht, beiseite fegen wird".
Aus einem Bericht von Associated Press: „‘Es steht eine Revolution der Hungrigen bevor‘, glaubt Mohammed el Askalani, der einer Protestgruppe namens Bürger gegen hohe Lebenshaltungskosten angehört." (2)
Wie wir in dem Artikel Preiserhöhung bei Lebensmitteln wird Millionen Menschen töten berichteten, gibt es zwei wesentliche Gründe für die Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln. Zum einen sind Lebensmittel im Kapitalismus nicht in erster Linie ein Produkt, um Menschen zu ernähren, sondern eine Ware, die den Spekulationen an den Märkten unterliegt. Da durch die Wirtschafts- und Finanzkrise kaum nennenswerte Profite bei Industriegütern oder Immobilien gemacht werden können, spekulieren Investoren mit Rohstoffen. Die Preise für Gold, Öl, Industriemetalle aber besonders auch für Lebensmittel steigen horrend an.
Hinzu kommt noch die ökologisch unsinnige Produktion von Bioethanol. Statt Menschen zu ernähren, wird Weizen und Mais für den Transport zweckentfremdet.
Laut UNO ist kein Ende der Preissteigerungen in Sicht. Und so wird es zunehmend schwerer für die Massen, eine sättingende, geschweige denn gesunde Ernährung aufrecht zu erhalten.
Sollte die wirtschaftliche Krise sich weiterhin so rasant entwickeln, wird es nicht lange dauern, bis auch die Herrschenden in Europa mit Brotaufständen konfrontiert sind. Im letzten Sommer gab es in Italien bereits Proteste und einen Boycott gegen die hohen Pastapreise. Schon jetzt wird es zunehmend schwerer für Rentner und Arbeitslose in Deutschland sich zu ernähren. Die Teuerungsrate für Lebensmittel in Deutschland lag im Januar bereits bei 7,7 Prozent. Wir berichteten darüber im Artikel Hungeraufstände in Afrika.
Die österreichische Zeitung ‚Die Presse‘ schreibt unter dem Titel: „Weltweite Proteste: Die Rückkehr der Brotrevolten": „Es wäre nicht zum ersten Mal in der Geschichte, dass Regime stürzen, wenn der Brotpreis steigt." (1) Allerdings wird es nicht reichen, wenn eine bürgerliche Regierung gegen eine andere ausgetauscht wird. Nur eine solidarische und planvolle Gesellschaft wird Nahrung aus der menschenverachtenden Warenlogik des Kapitalismus reißen können.
(1)
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/360125/index.do
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/949477.html
Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die dringende Blinddarmoperation gewonnen.
Norbert Nelte
(Keine Satire, bitterer Ernst)
So könnte die Antwort des Bundestaates Oregon auf eine dringende Operationsantrag für eine Billiglohnarbeiterin demnächst lauten. Von 91.000 Niedrigverdienern, die sich offiziell für die Übernahme der Krankenkassenkosten beworben haben, haben 24.000 Personen durch Losentscheid die staatliche Stützung gewonnen. 67.000 gingen leer aus und müssen an der Blinddarmentzündung sterben.
So kann wenigstens weiter für die Waffenproduktion gezahlt werden, und unser seliger Billigjobber hat sich verdient gemacht fürs Vaterland bzw. genauer für die Exxon-Bilanz.
Die glücklichen 24.000 Gewinner dürften sich aber nicht lange freuen, denn Amerika hat jetzt endlich rausgefunden, wie es die Kreditkrise lösen könnte, aber das wird den Kommunen Geld kosten. Die Städte kaufen den Banken die leerstehenden, zwangsgeräumten Häuser ab und reißen sie auf ihre eigenen Kosten ab. (Alice im Wunderland)
Das rettet wenigstens das Überleben der Banken und mit der Wirtschaft kann es weiter gehen. Blöd nur, dass auch stinknormale Verbraucherkredite und massenhaft Heuschreckkredite faul geworden sind, aber das lösen sie ja gerade mit dem Ausverkauf von Fort Knox.
Derweil richten die Herausgeklagten sich das gemütlich in ihrem Zelt in den explodieren Zeltstädten ohne Strom und Wasser ein. Zehntausende sind aber auch schon als Witschaftsflüchtlinge in Kanada gestrandet, also es gibt mehrere Alternativen.
Das große Zittern macht sich an der Wall-Street breit und Kassenwart Steinbrück nutzt das ganze Zähnezusammenbeißen nichts mehr, immer mehr Abgeordnete wollen für die IKB keine Rettungsgelder mehr rausgeben, das ist eh nur ein Fass ohne Boden. Na ja, es geht schon vorbei, denken die Zeitungen:
»Die Kreditkrise an der Wall Street eskaliert viel schneller, als es selbst Experten vermutet hätten. "Keiner hat so etwas je erlebt", staunte Alan Fishman, der Chef der Hypothekengruppe Meridian Capital, in der "New York Times". "Wenn man vor zwei Wochen jemanden gefragt hätte, wie schlimm es sei, hätte er gesagt: Schlimm, aber es wird vorbeigehen. Jetzt müsste er sagen: Dies ist sehr ernst."«
Hätte er besser Linke Zeitung gelesen, denn die sagen das schon lange dass es jetzt abwärts geht, aber die „Eliten“ wissen ja alles besser.
In Ohio gibt es für 1,1 Millionen Arme Lebensmittelmarken, 10% der Bevölkerung. In Phoenix stehen 20.000 Häuser leer und vergammeln. „niemand kümmert sich mehr um die Immobilien, das Gras wächst immer höher, die Swimmingpools verwandeln sich in Ungeziefer verseuchte Tümpel, es gibt keine Steuereinnahmen und die Banken bekommen keine Zinszahlungen.“. Im Februar gab es 60% mehr Zwangsversteigerungen. Die Waffenverkäufe sind teils um das 5fache gestiegen. Die Zeit der Gesetzlosigkeit wird sich immer mehr Bahn brechen.
Aufhalten kann den Verfall nur Du und Du mit einer solidarischen, planvollen Produktion, unsere „Wirtschaftsführer“ kriegen nichts mehr gebacken, Null.
Norbert Nelte
Das neue Gesicht
Amerikas
Euer KBFÖ-Newsletterteam
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