| Die Nazis und der Krieg Zwischen Antiamerikanismus und rassistischer Hetze Seit den Terroranschlägen vom 11.September gibt es verschiedene Reaktionen aus dem rechten Lager zu vernehmen. Während NPD und militante Neonazis die Anschläge mit unverhohlener Freude begrüßten und sich damit nach Ansicht von Experten dem Parteiverbot wieder einen Schritt nähergebracht haben, sehen DVU und Republikaner sich in ihrer Ablehnung der “multikulturellen Illusion” bestätigt und fordern ein Ende des “unterschiedslosen Zusammenlebens von Menschen aller Kulturen”. Der Bundesvorstand der NPD verurteilte die Anschläge vordergründig, erinnerte aber gleichzeitig daran, dass die USA “seit ihrer Gründung eine imperialistische Politik betrieben” hätten und folgerte: “Wer Wind sät, wird Sturm ernten”. Die schleswig-holsteinische NPD sparte sich diese Zurückhaltung und begrüßte in einer Erklärung “jubelnd” den Terroranschlag. Ihr Chef, Jürgen Gerg, erklärte, jetzt sei “Schluss mit der amerikanischen Selbstherrlichkeit und dem One-World-Imperialismus” und setzte die Anschläge mit den alliierten Luftangriffen gegen Nazi-Deutschland gleich. Die NPD solidarisiere sich mit den “Völkern der freien Welt, zu denen wir insbesondere Afghanistan und auch den Irak zählen”, heißt es auf einer ihrer vielen braunen Internetseiten. Was sich hier fast wie eine linke Solidaritätserklärung liest, ist in Wirklichkeit kalkuliertes Spiel mit linken Themen, die die Rechten immer öfter aufgreifen, um sie für sich zu proklamieren. Die extreme Rechte um die NPD gefällt sich zunehmend in der Rolle des Revolutionärs und antiimperialistischen Volksbefreiers. Mit antiamerikanischer und antikapitalistischer Rhetorik inszenieren sie sich als “letzte Opposition” und gaukeln vor, die USA seien seit 1945 immer noch Besatzungsmacht der BRD. Sie nutzen die äußerst brutale Besatzungspolitik des israelischen Staates in Palästina für ihre Interessen, um gegen das Judentum zu hetzen. Daraus ergibt sich ihr Antiamerikanismus, der darauf hinausläuft, dass die USA vom “Finanzjudentum” beherrscht würden und als Unterstützer Israels die letzte Schutzmacht des Judentums seien. In jüngster Zeit gehen sie sogar so weit, dass sie die Kriege, die der amerikanische Präsident Georg W. Bush gegen die arabischen Länder führt, anprangern. Dabei geht es im gegenwärtigen Krieg natürlich nicht um Rassenkämpfe oder eine “jüdische Weltverschwörung” – es handelt sich schlicht und ergreifend um die Verteilungskämpfe um die letzten Erdöl-Reserven der Welt. Dies ist der entscheidende Punkt, den die westliche Bevölkerung und auch die Faschisten noch nicht begriffen haben. Als Gegenstück zum amerikanischen Imperialismus fordern Sie einen deutschen oder europäischen Imperialismus, der die Welt beherrschen soll. So paradox es sich lesen mag, die Logik der Faschisten ist es, den einen Imperialismus zu bekämpfen, um einen anderen an dessen Stelle zu setzen. Die andere Seite der Rechtsextremen nutzt diesen von den USA heraufbeschworenen anti-islamistischen Feldzug um gegen Migranten muslimischen Glaubens zu hetzen. Auch in der Bundesrepublik seien durch die multikulturelle Gesellschaft Gefahrenherde geschaffen worden, warnte der stellvertretende DVU-Vorsitzende Heinrich Gerlach in der Schlussphase des Hamburger Wahlkampfes. Auf einem Flugblatt der DVU hieß es: “Unkontrolliert Ausländer rein - das schleppt uns auch den Terror ein.” Egal welche Ansichten des rechten Lager wir genauer in Betracht nehmen, eines ist klar: Eine Lösung für die aktuellen und grundlegenden Probleme findet man bei ihnen nicht. Die weltweit erhöhten Rüstungsausgaben für die Verteilungskämpfe führen unweigerlich zu sozialen Kürzungen in der ganzen Welt. Der so genannte “Anti-Terror-Krieg” hat zu einem unglaublichen Rassismus gegen alle Menschen arabischer Herkunft oder islamischen Glaubens geführt. Eine Alternative haben die Rechten natürlich nicht zu bieten, denn auch Sie setzen nur auf rassistischen Terror. Ihr Credo heißt ”Alle gegen alle”. Ihre Forderung nach einer “starken” deutschen - oder europäischen - Nation kann keine Kriege verhindern, sondern nur erzeugen. Denn schließlich ist es genau diese nationale und wirtschaftliche Konkurrenz, die uns immer wieder in Kriege stürzt. |